Rachel: "Elektronikpower für die Zukunft"

30.04.2009 | Berlin
Forschungsstaatssekretär gibt grünes Licht für den Ausbau des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie in Itzehoe

"Mit dem Ausbau des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie stärken wir einen wichtigen Standort für die Mikroelektronik in Deutschland. Die Mikroelektronik steht für neue technologische Trends. Mit ihrer Hilfe können wir Antworten auf den Klimawandel finden und gestiegenen Anforderungen an die Mobilität begegnen. Wir brauchen die Elektronikpower für die Zukunft", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Thomas Rachel, MdB, am Donnerstag bei seinem Besuch des Instituts.

Die Mikroelektronik ist ein entscheidender Schlüssel für die großen Herausforderungen der Zukunft: Klimaschutz durch effiziente Energienutzung und den Einsatz erneuerbarer Energien oder eine umweltverträgliche Verkehrstechnik auf Basis neuer Elektro- oder Hybridantriebe sind ohne leistungsfähige Chips und Bauelemente aus den Halbleiterlaboren und -fabriken nicht realisierbar. Um die Forschung und Entwicklung hier weiter zu fördern, wird nun das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) mit Unterstützung des BMBF ausgebaut.

Staatssekretär Rachel gab bei seinem Besuch grünes Licht für den Erweiterungsbau, durch den das ISIT um 2000 Quadratmeter vergrößert wird. In den neuen Laboren sollen - zugeschnitten auf die spezifischen Anforderungen von Industriekunden - neue Prozesse und Bauelemente der Leistungselektronik und Mikrosystemtechnik entwickelt werden.

Das ISIT deckt dabei die vollständige Prozesskette ab: vom Chipentwurf über Systemsimulation und Prototyping, also der Herstellung von Produktmustern, bis hin zur Serienherstellung. Mikroelektronische Bauelemente der Leistungselektronik, wie sie hier entstehen, sind unverzichtbare Bausteine in zahllosen Hightech-Produkten.

Leistungselektronik ist dafür verantwortlich, elektrische Energie in die jeweils gerade benötigte Form umzuwandeln. Die neuen Generationen dieser elektronischen Systeme ermöglichen enorme Energieeinsparungen und tragen beispielsweise dazu bei, zukünftige Elektroautos leistungsstark, alltagstauglich und marktfähig zu machen. Auch die Arbeiten des ISIT zur Erhöhung der Speicherkapazität von Lithium-Batterien tragen dazu bei. Mit Blick auf die wachsende Bedeutung der Elektromobilität ist insbesondere die Automobilindustrie an dieser Entwicklung stark interessiert.

Die Kosten für den Ausbau des ISIT von insgesamt etwa 36 Millionen Euro teilen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), das BMBF sowie das Land Schleswig-Holstein. Das BMBF hat das ISIT im Rahmen seiner Projektförderung in den letzten Jahren zudem mit 13 Millionen Euro unterstützt.

Die Institute und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, die in ihrer Tätigkeit die Bereitstellung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse mit wirtschaftsorientierter Auftragsforschung verknüpfen, werden in ihrer Grundfinanzierung zu 90 Prozent vom Bund (BMBF) und zu zehn Prozent von den Ländern gefördert.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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