Rudolf Hauke, Mitglied des Vorstandes der KKH-Allianz, zum Ergebnis des Schätzerkreises

30.09.2010 | Hannover
"Die laut Schätzerkreis verbesserten Finanzaussichten für die gesetzlichen Krankenkassen in diesem und im kommenden Jahr stimmen uns zunächst zuversichtlich. Damit wird deutlich, wie stark die finanzielle Situation der GKV von der Konjunktur abhängig ist. Weniger zuversichtlich stimmen uns hingegen die aktuellen Entwicklungen auf der Ausgabenseite.

Die in den letzten Wochen vorgeschlagenen Korrekturen am Reformprogramm der Bundesregierung im Bereich Arzneimittel (deutliche Einschränkung der Befugnisse des Gemeinsamen Bundesausschusses, veränderte Bewertung neuer Arzneien) gefährdet das anvisierte Einsparvolumen von über zwei Milliarden Euro in diesem Bereich ganz entscheidend.

Den Pharmafirmen werden so noch zahlreiche Hintertürchen offen gehalten, um sich den notwendigen Einsparungen doch noch zu entziehen. Denn wenn wir als Krankenkasse zukünftig nahezu jedes beliebige Präparat bezahlen müssen, das die Pharmafirmen auf den Markt bringen, wird dies unweigerlich zu einer Kostenexplosion führen. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, strikt bei ihrem ursprünglichen Reformkonzept zu bleiben und die jetzt auf dem Tisch liegenden Änderungswünsche der Pharmaindustrie nicht zu berücksichtigen.

Dies gilt ebenso für Anregungen aus den Reihen der CSU, die sich für höhere Honorare für die bayerischen Ärzte stark macht. Aus Sicht der KKH-Allianz muss es aber bei der geplanten Begrenzung des Honoraranstiegs im Bereich der Hausärzte bleiben."

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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