Runder Tisch: Mageres und weitgehend symbolisches Ergebnis
Leider ist die erste Sitzung weitgehend symbolisch geblieben. Das ist ein mageres und enttäuschendes Ergebnis. Eine fundierte Grundsatzdebatte konnte nicht geführt werden. Stattdessen wurden Arbeitsgruppen bestimmt und ein Terminplan festgelegt. Das hätte im Vorfeld erfolgen können.
Unbefriedigend und ärgerlich wurde die Aufarbeitung der bekannten Fälle und die Beteiligung der Opfer an der Arbeit des Runden Tisches geregelt. Hier kann der Runde Tisch nicht alle Verantwortung auf die Beauftragte abwälzen. Ohne eine umfassende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle droht der Runde Tisch zu scheitern.
Kaum erörtert die wurden von der Familienministerin vorgeschlagenen Selbstverpflichtungen der Institutionen bei Missbrauchsfällen. Dieser Vorschlag ist höchst fragwürdig. Was gefordert ist, sind gesetzliche Leitlinien. Wenn Institutionen selbst etwas tun wollen, ist das hilfreich, aber mitnichten ausreichend. Offen geblieben ist auch, ob und wenn ja wie der Runde Tisch neben der spezifischen Problematik in Institutionen den gesamten Bereich des sexuellen Missbrauchs, also auch in Familien, abdecken soll.
Es wäre verheerend für den gesamten Arbeitsprozess, wenn nicht schnellstens in die fundierte Arbeit eingestiegen wird. Das war von den Ministerinnen jedoch nicht gewollt. Dieses Vorgehen passt ganz und gar nicht zur Forderung der Justizministerin nach raschen Ergebnissen. Das ist ärgerlich für die Opfer, denen gegenüber auch der Runde Tisch in einer Bringschuld steht. Und es strapaziert die Geduld von den geladenen, hoch engagierten Mitgliedern des Runden Tisches.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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