Sachdiskussion auch in heißen Wahlkampfphasen nötig
Wer für sich in Anspruch nimmt, Vollblut-Politiker zu sein - so wie Frau Schmidt das tut darf trotz sogenannter heißer Phase des Wahlkampfes nicht derart argumentativ aus dem Ruder laufen, dass der ärztliche Berufsstand wieder einmal verunglimpft wird.' Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, kritisierte mit Nachdruck, dass die Ministerin gesundheitspolitische Fehlentwicklungen allein der Ärzteschaft anlaste: 'Statt unqualifiziert das grandiose Defizit der Krankenkassen mit angeblicher Zügellosigkeit der Ärzte bei der Arzneimittelverordnung erklären zu wollen, sollte Frau Schmidt lieber die Wahlkampf-Scheuklappen ablegen und die Augen nicht länger vor der gesundheitspolitischen Realität von demographischem Wandel und medizinischer Innovation verschließen.'
Schließlich, so der Hartmannbund-Vorsitzende, sei es auch keine 'perfide Strategie' der Ärzteschaft, wenn sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Unterschrift unter die Verträge zu den neuen Chroniker-Programmen nicht leisteten: 'Die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland fühlen sich allein dem Wohl ihrer Patienten verpflichtet, und die Disease-Management-Programme in der jetzt vorliegenden Form verbessern die Behandlung der betroffenen Patientengruppen nicht, vielmehr würde hier eine Leitlinien-Medizin installiert, die zu deutlichen Qualitätseinbußen führen muss.'
'Statt einen ganzen Berufsstand zu diffamieren', sollte die Bundesgesundheitsministerin lieber das sachliche und am Wohl der Patienten orientierte Gespräch mit den Anwälten der Patienten, eben den Ärzten, suchen 'auch in den letzten verbleibenden Wochen des Wahlkampfes.'
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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