Sandhövel kommentiert Klimapolitik

23.09.2009 | München
Armin Sandhövel, CEO von Allianz Climate Solutions, zur gegenwärtigen Klimapolitik im Vorfeld der anstehenden Internationalen Klimakonferenz in Kopenhagen.

Reichen die gegenwärtigen Anstrengungen der Spitzenpolitiker aus, um die CO2-Emissionen zu reduzieren?

Armin Sandhövel: Nein, bisher haben die Staaten dabei versagt, den Weg für eine emissionsarme Zukunft zu bereiten, denn die einzelnen Menschen und die Finanzinvestoren benötigen klare und weltweit verbindliche Ziele für eine neue Klimapolitik. Staaten sollten sich darauf festlegen, eine emissionsarme Entwicklung und messbare, berichtspflichtige und verifizierbare Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern finanziell und technologisch zu unterstützen. Bisher ist noch nichts davon geschehen.

Die Kosten dafür werden sich auf mindestens 700 Milliarden Euro jährlich belaufen. Das ist ein Prozent des globalen Sozialprodukts, um uns in eine klimaverträgliche Gesellschaft zu verwandeln. Und natürlich brauchen wir mutige Politiker, die langfristige und kostenintensive Entscheidungen durchsetzen können. Ohne eine starke Politik, die saubere Technologien fördert und emissionenlastige Technologien sanktioniert, wird die Investitionskraft internationaler Unternehmen nicht dafür sorgen, dass die positiven Maßnahmen gegen den Klimawandel das erforderliche Niveau erreichen.

Warum beteiligen sich internationale Unternehmen wie die Allianz an Projekten wie dem CDP?

Die Allianz als globaler Risikomanager und Investor unterstützt das Carbon Disclosure Project (CDP), weil das CDP entscheidend für mehr Transparenz und ein besseres Verständnis der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und Chancen auf unserem Weg zu einer auf sauberen Energien basierenden, CO2-armen Wirtschaftsweise ist.

Wir glauben, dass sich Unternehmensrichtlinien zur Bekanntgabe der Maßnahmen zum Klimaschutz als lohnend erweisen werden. Da sich die Regulierung von CO2-Emissionen verschärft, werden sich jene Unternehmen, die Klimaschutzstrategien implementiert haben, in einer besseren Position befinden, höhere Preise für Emissionsrechte zu verkraften. Die Gewinner in diesen neuen wettbewerbsorientierten Märkten werden Unternehmen sein, die bereits damit begonnen haben, sich umzuorientieren, um die Chancen einer emissionsarmen Zukunft für sich zu nutzen. Die Allianz hat dies bereits vor einigen Jahren getan. Effiziente und moderne Anstrengungen im Sinne einer CO2-Reduktion sind gleichbedeutend mit einem effizienten und modernen Management.

Welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen, und wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Der Aufbau einer emissionsarmen Wirtschaftsweise lässt Möglichkeiten einer Investition in neue Technologien entstehen, die eine umweltverträglichere, sicherere und nachhaltigere Zukunft für die Gesellschaft zu schaffen versprechen. Daher stellt die Allianz den Klimawandel ins Zentrum ihrer Geschäftsstrategie: Seit Jahren haben wir direkt in erneuerbare Energien investiert, und wir halten diese Anlageklasse noch immer für ein vielversprechendes Engagement.

Unsere Anlagen in Windenergie belaufen sich auf über 500 Millionen Euro, und wir planen unser Portfolio mit erneuerbaren Energien, welches Investitionen sowohl in Wind- als auch in Solarenergie umfasst, bis Ende 2012 um eine Milliarde Euro aufzustocken. Zugleich weiten wir unsere Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden im Bereich des CO2-Emissionshandels aktiv aus.

Quelle: Pressemeldung Allianz

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