Schavan: "Erfolg von Bildung entscheidet sich an den Übergängen"
"Dieses Institut steht für 40 Jahre erfolgreiche Weiterentwicklung der dualen Berufsausbildung. Die Arbeit hier war und ist wegweisend", sagte am Donnerstag Bundesbildungsministerin Annette Schavan in Bonn. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) feierte hier mit über 450 Gästen sein 40-jähriges Bestehen. Das BIBB ist das deutsche Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. "Als das BIBB gegründet wurde, geschah dies in der festen Überzeugung, dass Berufsbildung eine Angelegenheit des öffentlichen Interesses ist. Und auch heute, in einer von der weltweiten Wirtschaftskrise geprägten Zeit, ist Bildung das Gebot der Stunde", betonte Schavan. Denn wer kurzsichtig nicht in Bildung investiere, verbaue Zukunftschancen 0" die Zukunftschancen junger Menschen und die Zukunftschancen der Gesellschaft insgesamt. "Ein Staat, der heute bei Bildung spart, wird in zehn oder 20 Jahren massiv mit sozialen Herausforderungen zu kämpfen haben", sagte Schavan.
In Zukunft muss die berufliche Bildung nach den Worten der Ministerin stärker als Gesamtsystem von Aus- und Weiterbildung in enger Verzahnung zu anderen Bildungsbereichen entwickelt werden. Das betrifft die Durchlässigkeit in die duale Ausbildung genauso wie die Verbindung von beruflicher Aus- und Weiterbildung, den breiten Ausbau der beruflichen Nachqualifizierung, aber auch die Durchlässigkeit zwischen dualer Aus- und Weiterbildung und den Hochschulen. "Der Erfolg von Bildung entscheidet sich an den Übergängen", sagte Schavan. "60.000 Schüler verlassen pro Jahr ohne Abschluss die Schule 0" das sind 60.000 Schüler zu viel."
So richtet sich ein neues Programm des BMBF speziell an Hauptschüler ab der 7. Klasse. "Wir wollen für diese Jugendlichen Bildungsketten schaffen 0" startend mit einer Potenzialanalyse über den Ausbau gezielter Berufsorientierungsmaßnahmen und einer Betreuung bis hinein in die Berufsausbildung", sagte Schavan. Dazu werden bundesweit 1200 neue haupt- und 1000 ehrenamtliche Berufseinstiegsbegleiter eingesetzt. Mit den bereits von der Bundesagentur für Arbeit eingesetzten 1000 Begleitern werden somit über 3200 Bildungslotsen aktiv sein. Verknüpft wird dies mit dem Berufsorientierungsprogramm des BMBF, das seit 2008 bereits 82.000 Jugendliche geholfen hat, den Weg in die richtige Ausbildung zu finden. Dieses Programm wird als Bestandteil der neuen Initiative auf rund 100.000 Jugendliche pro Jahr ausgeweitet.
"Wir müssen und werden auch eine verbesserte Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschulbereich hinbekommen", so Schavan. Flankierend zu den Initiativen der Länder plant der Bund den Auf- und Ausbau von Vorhaben zur Anrechnung beruflicher Vorqualifikationen auf ein Studium, zur Entwicklung spezifischer Studiengänge für beruflich Qualifizierte und zu Aufstiegsstipendien. Einiges trägt schon Früchte, wie z.B. die Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes oder die Aufstiegsstipendien.
"Wir werden die Herausforderungen der Berufsbildungspolitik nur bewältigen, wenn wir sie kontinuierlich auf den Prüfstand stellen", betonte Schavan. Für Prognosen und Diagnosen brauche man zuverlässige wissenschaftliche Methoden. "Deshalb freue ich mich, dass das BIBB bei der Vernetzung mit universitären Forschungseinrichtungen, bei der Nachwuchsförderung und mit der Errichtung eines Forschungsdatenzentrums so gute Arbeit leistet. Angesichts der wachsenden Anforderungen an die berufliche Bildung brauchen wir diese wissenschaftliche Expertise."
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
Weitere News
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
13.03.2012 | In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum Alltag. Zu verschiedenen Anlässen, wie etwa an...
weiter in Geschäftsgeschenke - eine gute ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
14.11.2011 | GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter in Keine Versorgungslösungen, kein ...Das Internet als Demokratie-Verstärker
07.11.2011 | Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie" Fast jeder Zweite sieht im Web Chancen zur...
weiter in Das Internet als ...Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld
28.10.2011 | Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für den Achten Familienbericht an...
weiter in Gutachten zum Achten ...Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen
27.10.2011 | Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)...
weiter in Ohoven: Die Wette läuft, die ...Aktuelles
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Archiv
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...
weiter ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Verschiedenes
Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation
Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...
weiter ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...
