Schavan: "Neue Qualität der Zusammenarbeit erreicht"

18.02.2010 | Berlin
Auf Grundlage eines neuen Rahmenabkommens wollen Deutschland und die USA die Forschungszusammenarbeit zwischen beiden Staaten erheblich ausdehnen. Schwerpunkte werden zunächst Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen Energie, Klima, Umwelt und Gesundheit sein.

"Durch das Abkommen wird ein gemeinsames Gremium geschaffen, das vom State Department und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert wird. Es soll Prioritäten erörtern, die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit verbessern und die Umsetzung des Abkommens bewerten", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan in Washington.

Hier unterzeichnete die Ministerin zusammen mit Deutschlands Botschafter in den USA, Klaus Scharioth, und dem stellvertretenden Außenminister der USA, James B. Steinberg, das neue Rahmenabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit. Außerdem traf sich Schavan mit Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius. Beide würdigten die engen wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA in der Gesundheitsforschung. "Deutschland belegt in vielen Bereichen der Gesundheitsforschung internationale Spitzenplätze und ist damit ein attraktiver Partner", betonte Schavan.

Zum neuen Abkommen sagte Schavan: "Die Unterzeichnung zeigt, dass wir die Potentiale der transatlantischen Kooperation noch konsequenter als bisher nutzen werden. Deutsche und amerikanische Forscher können gemeinsam Beiträge zu den wichtigen Fragen der Gegenwart und Zukunft leisten. Es geht um den Umgang mit dem Klimawandel, der Ernährung, Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion, der Sicherung der Energieversorgung, der Bekämpfung von Armut und Infektionskrankheiten sowie der Sicherheit und der Migration", erklärte Schavan. Die Ministerin hob auch die Bedeutung der Geisteswissenschaften und der Diskussion ethischer Fragen in der Zusammenarbeit mit den USA hervor.

Auf Basis des Abkommens sollen Projekte angestoßen werden, um innovative, auf gemeinsame Normen und Standards zielende Lösungen zu entwickeln. Dieses soll unter Einbeziehung der Wirtschaft geschehen, um so die Wettbewerbsposition der beteiligten Unternehmen und deren Marktzugangschancen in den USA zu stärken. Bilaterale Arbeitsgruppen zu den Themen Energie, Klimaforschung und Gesundheit (seltene Erkrankungen und regenerative Medizin) haben jetzt ihre Arbeit aufgenommen, bei denen amerikanische und deutsche Wissenschaftler die künftigen Themen der Zusammenarbeit in diesen Bereichen erörtern.

Sowohl Deutschland wie auch die USA haben jeweils rund 50 Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit anderen Staaten abgeschlossen. Zwischen beiden Ländern bestehen bereits zahlreiche Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in einzelnen wissenschaftlichen oder technologischen Themenbereichen, wie das im April 2009 unterzeichnete Abkommen zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der zivilen Sicherheit. Ein weiteres aktuelles Beispiel: Basierend auf einem Abkommen zwischen dem Bundesforschungsministerium und dem "California Institute for Regenerative Medicine" aus dem Jahr 2009 werden ab sofort Wissenschaftler in Deutschland, die sich zur Ergänzung bestehender Projekte an amerikanischen Ausschreibungen im Bereich der Regenerativen Medizin beteiligen, vom Bundesforschungsministerium finanziell unterstützt. Schavan: "Damit geben wir den Startschuss für weitere Kooperationen in den USA im Bereich der Regenerativen Medizin."

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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