Schavans Konzept der Bildungsketten hängt durch
Bildungsministerin Schavan kommt anlässlich des Berufsbildungsberichts mal wieder mit einer Idee um die Ecke: Jetzt sollen es Bildungslotsen richten und 60.000 Hauptschülerinnen und Hauptschüler zum Schulabschluss und zum Einstieg in die Lehre verhelfen. Es reicht aber bei weitem nicht aus, nur "Einzelfallhelfer" in die Schulen zu schicken. Die Rahmenbedingungen an allen Schulen müssen dringend verbessert werden. Außerdem müssen die Schulen komplementäre Maßnahmen zur Berufsorientierung für die Schülerinnen und Schüler durchführen. Doch dies kann die Bundesbildungsministerin aufgrund der verfassungsrechtlichen Lage nicht finanzieren. Also behilft sie sich mit einem Schmalspurprogramm. Das ist absurd.
Zwar ist die Bundesministerin für die berufliche Bildung zuständig. So wie die derzeitige Verfassungslage ist, kann sie den Schulen nicht direkt helfen, sondern muss das Programm über den Umweg der Bundesagentur für Arbeit durchführen. Frau Schavan hat in letzter Zeit immer wieder öffentlich Kritik am Kooperationsverbot geäußert. Offensichtlich liegt jedoch noch ein weiter Weg vor ihr, denn sie hat ihre eigene Fraktion längst noch nicht überzeugt, ganz zu schweigen von den Ministerpräsidenten. Wenn die Ministerin einen Vorschlag zur Abschaffung des Kooperationsverbotes vorlegt, werden wir sie dabei unterstützen.
Statt einem Wirrwarr an Übergangsmaßnahmen brauchen wir zudem eine grundlegende, strukturelle Reform des Ausbildungssystems, wie wir sie mit unserem Konzept DualPlus vorgelegt haben. Die Neustrukturierung des Ausbildungssystems muss auf drei Säulen gestellt werden: Modularisierung der Berufsausbildung, Ausbau von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten und Anrechnung aller Bildungsschritte
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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