Schulterschluss von Politik und Wirtschaft in der Exportförderung sichert Märkte von morgen

27.11.2008 | Berlin
Export sorgt für Wachstum in der Ernährungsindustrie

Die Erschließung neuer Märkte im Ausland ist für die Entwicklung der deutschen Ernährungsindustrie unverzichtbar. Ein Viertel des Umsatzes wird bereits heute im Ausland erzielt. Der Auslandsanteil an den Umsätzen ist in den letzten 10 Jahren von 17,4% auf 25,1% gestiegen. Allein im 1. Halbjahr 2008 sind die Exporte um 18% gestiegen. Im Jahr 2007 wurden Erzeugnisse der Ernährungsindustrie im Wert von 36,9 Mrd. € ausgeführt. Das entspricht mehr als drei Viertel der gesamten Ausfuhren der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Bereits jetzt sind 155.000 Arbeitsplätze in der Ernährungsindustrie vom Export abhängig.

Für die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen der Ernährungsindustrie ist es in der Praxis jedoch oft schwierig, auf ausländischen Märkten Fuß zu fassen. Personelle, finanzielle Ressourcen und Know-how fehlen, um Auslandsmärkte strategisch zu erschließen. Im deutschen Markt sind Wachstumspotenziale für die Unternehmen nur schwer zu finden. Verdrängungs- und Preiswettbewerb dominieren den Markt. Die sinkende Konsumlaune als Folge der Weltfinanzkrise macht die Lage im deutschen Lebensmittelmarkt nicht einfacher. Die Zukunftsfähigkeit der Branche hängt deshalb entscheidend davon ab, ob es gelingt, die Unternehmen in ihren Exportanstrengungen noch besser zu unterstützen.

Schulterschluss von Wirtschaft, Politik und Absatzförderung notwendig

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie begrüßt deshalb die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Exportförderung den notwendigen Stellenwert in der politischen Arbeit des Hauses zu geben. Der Aktionsplan "Exportförderung" definiert geeignete Ansätze der Förderung in Schwerpunktregionen und -branchen. Die enge Kooperation von Politik, Wirtschaft und Absatzförderung ist entscheidend für die Eroberung neuer internationaler Märkte - ganz besonders in Asien, wo viele Hemmnisse zu überwinden sind. Unsere Wettbewerber in den Niederlanden und in Frankreich machen es uns vor, wie es geht.

Gemeinsam Lebensmittel "Made in Germany" verkaufen

Deutsche Lebensmittel stehen für Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Dies sind wichtige Verkaufsargumente, die in gemeinsamen Messeauftritten von Ernährungsindustrie und Bundesregierung auf internationalen Fachmessen mit dem allseits bekannten Zusatz "Made in Germany" stärker herausgestellt werden müssen. Ein erstes wichtiges Projekt dieser Zusammenarbeit ist der gemeinsame Auftritt von BMELV, CMA und BVE auf der FOODEX Messe 2009 in Japan, gemeinsam mit rd. 30 Partnern der Ernährungsindustrie. Für das Jahr 2009 steht der Gemeinschaftsauftritt auf der internationalen Leitmesse der Lebensmittelwirtschaft, der Anuga in Köln auf dem Programm. Hier bieten sich beste Chancen, die internationalen Geschäftskontakte weiter auszubauen.

Außenwirtschaftstag der Ernährungswirtschaft etablieren

Der Dialog zwischen Unternehmern, Vertretern der Politik und Verwaltung sowie den Experten der CMA und der Außenwirtschaftsförderung muss intensiviert werden. Die Etablierung eines Außenwirtschaftstages der Ernährungswirtschaft bietet dazu eine hervorragende Plattform, um die beteiligten Partner und Akteure zusammenzubringen. Ein solcher Außenwirtschaftstag für unsere Branche wird erstmal unter dem gemeinsamen Dach der BVE, BMELV und CMA im Juni 2009 stattfinden. Dies ist ein wichtiges Signal für die Branche.

Deutsche Botschaften sind wichtige Ansprechpartner

Die Intensivierung der Kontakte zu den deutschen Auslandsvertretungen ist anzustreben. Die Botschaften sind Ansprechpartner für deutsche Unternehmen, wo andere Einrichtungen der Außenwirtschaftsförderung fehlen. Insbesondere die Agrarreferenten als Spezialisten für Fragen aus dem Bereich der Ernährungswirtschaft können wertvolle Unterstützung für die Unternehmen bieten. Repräsentative Events an den Botschaften können das Image deutscher Lebensmittel im Ausland stärken.

Abbau von Handelshemmnissen notwendig

Die Politik ist der Türöffner zu ausländischen Absatzmärkten. In internationalen Handelsvereinbarungen müssen die Rahmenbedingungen gesetzt werden, innerhalb derer sich unternehmerische Kräfte entfalten können. Dabei muss der Unterschiedlichkeit der Ernährungsbranche entsprochen werden. Neben dem Bestreben, die Handelsbedingungen im Rahmen internationaler Abkommen weiter zu liberalisieren, gilt es auch den Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse voranzutreiben. Immer wieder versuchen Länder durch schleppende Zertifizierungsverfahren und hohe Auflagen ausländische Produkte fern zu halten. Diesen Praktiken ist eine eindeutige Absage zu erteilen. Das BMELV bekennt sich eindeutig zu seinen Aufgaben auf diesem Gebiet, dies ist wichtig für die Ernährungsindustrie.

Ernährungsindustrie: eine starke Branche

Die deutsche Ernährungsindustrie gehört mit einem Jahresumsatz von 146,8 Mrd. € und 530.000 Beschäftigten zu den fünf größten Industriebranchen in Deutschland und trägt damit wesentlich zu Wachstum und Wohlstand bei. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie ist der wirtschaftspolitische Spitzenverband der Branche und vertritt ihre Interessen in Berlin und Brüssel.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband Ernährung

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