Sicherheitslücken: Einführung des elektronischen Personalausweises notfalls verschieben

23.09.2010 | Berlin
Angesichts der vom Chaos Computer Club aufgedeckten Sicherheitslücken beim elektronischen Personalausweis legt die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation "no abuse in internet" (naiin) dem federführenden Bundesministerium des Innern nahe, die Bedenken ernst zu nehmen und die Einführung der neuen Ausweisgeneration. wenn nötig. zu verschieben. Hierzu erklärt Rene Zoch, 2. Vorsitzender von naiin:

"Der elektronische Personalausweis stellt zweifellos einen Zugewinn an Sicherheit bei Rechtsgeschäften im Internet dar und die mit ihm zusammenhängenden Authentifizierungsverfahren sind auch deutlich sicherer als die heute üblichen Kombinationen aus Benutzername und Passwort. Dennoch sind die vom Chaos Computer Club aufgedeckten Sicherheitslücken beunruhigend. Sie sollten ernst genommen werden, zumal auf absehbare Zeit jeder Deutsche einen solchen elektronischen Personalausweis besitzen wird. Es wäre fahrlässig die Sicherheitsbedenken herunterzuspielen und ein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein dort vorauszusetzen, wo in den meisten Fällen keines vorhanden ist: Nämlich beim Durchschnittsanwender. Es kann nicht sein, dass die Bürger per Gesetz zuerst zur Abnahme des neuen Personalausweises verpflichtet werden, und es dann, wenn später aufgrund der Schwachstellen etwas passiert, heißt: Selbst schuld! Die umfassende Untersuchung und Beseitigung von Schwachstellen sollte Vorrang vor einer womöglich übereilten Einführung des elektronischen Personalausweises haben."

Quelle: Pressemeldung naiin - no abuse in internet e.V.

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