Solarbranche fürchtet um bayerische Arbeitsplätze
Das ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen Erwin Huber, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, Tobias Reiß, Energiepolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Roland Grillmeier, Bürgermeister von Mitterteich, und der Geschäftsführung von SCHOTT Solar. Das Solarunternehmen hat nochmals seine Forderung verdeutlicht, dass die anstehende Absenkung im Einspeisetarif im einstelligen Prozentbereich bleiben muss. Für die Investitionen in neue Arbeitsplätze sind langfristig verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich.
"Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung beträgt heute bereits 16 Prozent. Das sind Verdienste des EEG und der hervorragenden Technologie, die vor allem aus Deutschland kommt und zu der SCHOTT Solar seit über 50 Jahren einen großen Beitrag leistet", so Dr. Nikolaus Benz, Geschäftsführer der SCHOTT Solar CSP. Er ergänzt: "Die Pläne der Bundesregierung, die Solarförderung zu kürzen, bedeuten eine existenzielle Gefährdung und potentielle Schädigung der deutschen Photovoltaik-Industrie. Damit stehen Deutschlands Technologieführerschaft bei einem der wichtigsten Zukunftsmärkte und tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Es schadet der Branche, wenn wir alle 6 Monate eine neue Diskussion zum EEG bekommen, Investitionen benötigen langfristige Perspektiven."
Berlin will die Subventionen für Sonnenstrom zum 1. Juli 2010 zusätzlich zur planmäßigen Kürzung von 9 Prozent ein weiteres Mal reduzieren. Für umweltfreundlichen Strom aus neuen Solardächern soll es künftig 16 Prozent weniger geben als bisher. Damit würde sich die Einspeisevergütung im Vergleich zu 2009 um insgesamt ein Viertel auf 33 Cent pro Kilowattstunde verringern. Solaranlagen auf Äckern sollen bis auf wenige Ausnahmen künftig gar nicht mehr gefördert werden.
Klar ist: Eine Absenkung der Vergütung ist notwendig - jedoch nicht in dem geplanten Ausmaß. Die Solarindustrie in Deutschland benötigt für ihre Investitionen in Milliardenhöhe mittelfristig planbare Rahmenbedingungen und eine verlässliche Politik. SCHOTT Solar zufolge sei eine maßvolle Kürzung der Förderung im einstelligen Bereich akzeptabel. Nach Aussagen von Experten bedeutet eine Absenkung der Solarförderung im zweistelligen Prozentbereich das Aus für den europäischen Produktionsstandort. Einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg vom Januar 2010 zufolge, begünstigen diese Kürzungen vor allem ostasiatische Wettbewerber, die zu völlig anderen Konditionen produzieren. Ohne Arbeits- und Umweltschutzauflagen, gestützt durch staatliche Kredite und einer künstlich schwach gehaltenen Währung wollen diese Unternehmen verstärkt Marktanteile in Deutschland gewinnen, um diesen Wachstumsmarkt künftig kontrollieren zu können.
Von der Kürzung stark betroffen sind nicht nur Hersteller wie SCHOTT Solar, die in Bayern Arbeitsplätze schaffen, sondern vor allem auch die vielen lokalen Handwerksbetriebe, die die Anlagen beim Kunden auf den Dächern montieren. Erwin Huber äußerte Verständnis dafür, dass die Industrie verlässliche und planbare Rahmenbedingungen für Investitionen in Produktionsanlagen und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Bayern brauche.
Die Kürzungspläne der Bundesregierung sind für Bayern besonders dramatisch: Das Bundesland ist Photovoltaik-Spitzenreiter in Deutschland - knapp die Hälfte aller installierten Sonnenenergie-Anlagen Deutschlands steht im Freistaat.
Quelle: Pressemeldung SCHOTT Solar AG
Weitere News
Achter Familienbericht "Zeit für Familie": Viel Pragmatismus, wenig Innovation
14.03.2012 | Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts im Kabinett erklärt Christiane Reckmann,...
weiter in Achter Familienbericht "Zeit für ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
23.11.2011 | vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter in Lebensmittelkontrollen: Aigner muss ...Kinderkommission zum Tag der Kinderrechte am 20. November 2011
18.11.2011 | Vor 22 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte...
weiter in Kinderkommission zum Tag der ...Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag bei der Honorararztregelung muss weg!
16.11.2011 | Die Vergütungssituation der internistisch tätigen Belegärzte ist so desolat, dass zahlreiche interne...
weiter in Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag ...Der Weg für den AOK-Hausarztvertrag in Bremen ist wieder frei
11.11.2011 | Landessozialgericht stärkt hausärztliche Versorgung
weiter in Der Weg für den AOK-Hausarztvertrag ...Aktuelles
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Archiv
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...
weiter ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Verschiedenes
Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation
Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...
weiter ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...
