Sri Lanka: Religionswechsel bald unter Strafe?

25.03.2009 | München
Bischöfe rufen auf zum nationalen Tag des Gebets und Fastens am 3. April

Die katholische Bischofskonferenz von Sri Lanka hat für Freitag, den 3. April, zu einem Tag des Betens und Fastens gegen das geplante Anti-Konversionsgesetz aufgerufen.

Wir bitten alle Freunde und Wohltäter von KIRCHE IN NOT um das solidarische Gebet mit den Christen in Sri Lanka.

Durch diesen Aktionstag wollen die Bischöfe um Versöhnung bitten und "dem Land einen weiteren Konflikt zwischen Anhängern verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen ersparen".

Das Anti-Konversionsgesetz sieht vor, dass jeder Wechsel von einer Religion zu einer anderen für illegal erklärt wird. Wer versucht, andere zu bekehren oder Beihilfe dazu leistet, macht sich strafbar. Vorgesehen sind Gefängnisstrafen oder hohe Bußgelder. Das Gesetz steht in Kürze zur Abstimmung.

"Das Gesetz ist sinnlos"

Das Gesetz wurde von einer buddhistischen Partei ins Parlament eingebracht, die insbesondere Christen eine aggressive Missionierung vorwirft. In einem Interview mit einer katholischen Zeitung sagte der Anwalt Nevil Aberathne, dass dieses Gesetz sinnlos sei, da es in den letzten 25 Jahren keine Fälle von erzwungenen Konversionen gegeben habe.

In Sri Lanka sind mehr als zwei Drittel buddhistisch; nur jeder zehnte Einwohner ist Christ. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Konflikten.

Viele Christen hatten gehofft, dass die Spannungen weniger würden, nachdem sie buddhistischen Opfern nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 geholfen hatten. Bei einem Seebeben und der anschließenden Flutwelle kamen allein in Sri Lanka über 30 000 Menschen ums Leben.

Durch das geplante Anti-Konversionsgesetz könnten aber alle wohlgemeinten Hilfsaktionen als Bekehrungsversuche angesehen werden und demzufolge Christen hart bestraft werden.

Landesweit sind am 3. April alle Pfarreien, Schulen und religiöse Einrichtungen - auch nicht-christliche - aufgerufen, für die Religionsfreiheit im Land zu beten. Die Kollekten kommen der Bevölkerung im Norden des Landes zugute.

In diesem besonders von Christen bewohnten Landesteil kämpfen Regierungstruppen und tamilische Rebellen um die Vorherrschaft. Die Tamilen wollen im Norden Sri Lankas einen eigenen Staat errichten.

Dieser Konflikt dauert bereits seit 26 Jahren an. Bisher sind 70 000 Menschen bei Kämpfen ums Leben gekommen. Im Herbst vergangenen Jahres ist der bewaffnete Konflikt wieder aufgeflammt.

Der Sieg der Regierungstruppen dürfte kurz bevorstehen. Integrationsminister Vinayagamoorthy Muralitharan erklärte, dass die Tamilen 90 Prozent ihrer militärischen Kräfte verloren hätten. Am 26. März trafen sich Präsident Mahinda Rajapaksa und Vertreter der Partei der "Tamilischen Befreiungstiger" zu Verhandlungen.

Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.

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