Tag der Entscheidungen auf UN-Artenschutzkonferenz

21.03.2010 | Berlin
Als Skandal bewertet der WWF die Entscheidung der internationalen UN-Artenschutzkonferenz, die bedrohte Rote Koralle nicht besser zu schützen. In geheimer Abstimmung versagten die Vertragsstaaten dem durch die USA und die EU gestellten Antrag die Zustimmung. Absicht war es, alle Arten der Gattungen Corallium und Paracorallium in Anhang II aufzunehmen.

"Nachdem es die Staaten bereits abgelehnt haben den Handel mit Blauflossentunfischen zu verbieten, ist dies bereits der zweite Kniefall vor den Interesse der Fischereilobby. Es findet ein Ausverkauf des Mittelmeeres statt", sagt WWF-Experte Volker Homes, der die Verhandlungen vor Ort verfolgt. Aufgrund der starken kommerziellen Nutzung in den vergangenen 200 Jahren gibt es heute im Mittelmeer fast nur noch kleine, nicht fortpflanzungsfähige Kolonien der Roten Koralle. Auch die meisten Korallenbänke im Westpazifik wurden kurz nach ihrer Entdeckung "leergeerntet". Korallen sind als Schmuck ebenso begehrt wie als Medizin.

Erfolg dagegen für den Schutz von Amphibien: Der Zagros-Molch (Neurergus kaiseri) aus dem Iran darf künftig nicht mehr an Reptilien-Sammler im Ausland verkauft werden. Das entschieden die Vertragsstaaten einstimmig. Von dem Molch, der wegen seines einmaligen schwarz-weißen Musters bei den Sammlern sehr begehrt ist, leben in freier Wildbahn nur noch weniger als 1000 Exemplare. Vor allem durch den boomenden Handel im Internet wird die Art bedroht.

Die von der Europäischen Union eingebrachte Tiger-Resolution ist auf der UN-Artenschutzkonferenz CITES in ihrer ursprünglichen Version am Widerstand der Tigerverbreitungsstaaten gescheitert. Trotzdem konnten sich die Verhandlungsdelegationen doch noch auf einen Kompromissvorschlag einigen. Demnach soll die grenzübergreifende Zusammenarbeit im Kampf gegen Wilderei und Schmuggel mit Tigern verbessert werden. Außerdem wurde angekündigt, eine internationale Tiger-Datenbank aufzubauen. WWF-Experte Volker Homes bewertet den Kompromisslösung in einer ersten Stellungnahme mit den schlichten Worten: "Besser als nichts!" Der WWF kritisiert, dass eine der Hauptbedrohungen für den Tiger im Kompromiss nicht berücksichtigt wird. So werden die Tiger-Farmen, in denen in Ost- und Südostasien tausende Tiger gehalten werden, im finalen Resolutionsentwurf noch nicht einmal mehr erwähnt werden. Das wäre aber nach WWF-Einschätzung dringend notwendig gewesen, um das Überleben des Tigers langfristig zu sichern. Auch fand das eingebrachte Moratorium, dass auf lange Sicht auch den nationalen Handel in zahlreichen asiatischen Staaten, wie etwa China, betroffen, keine Mehrheit. Es gibt immer wieder Bestrebungen von Tigerfarm-Lobbygruppen, nationale Handelsverbote aufzuweichen.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

25.04.2012 | Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des Betreuungsgeldes mit SGB II-Leistungen erklärt...

weiter in Betreuungsausbau statt ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

21.11.2011 | vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an den Kosten der Energiewende

weiter in Netzentgelte: Regierung schröpft ...

Lammert und Voßkuhle diskutieren über "Verfassungsgericht und Gesetzgeber"

10.11.2011 | Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "W-Forum" diskutieren Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Präsident...

weiter in Lammert und Voßkuhle diskutieren ...

BDI steht auf Seiten der Klinikärzte Solidarität mit Streikenden an Univ.-Kliniken

01.11.2011 | In einer Urabstimmung über einen Streik an den Univ.-Klinken haben 97,4 Prozent der teilnehmenden Ärzte für...

weiter in BDI steht auf Seiten der ...



Aktuelles

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Weitere Themen

Pixelpark sagt Nihao zum Kölner Chinajahr

www.chinajahr-koeln.de im Responsive Design

weiter ...

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Archiv

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...

weiter ...