Tag des deutschen Soja: Bundesregierung muss endlich Eiweißstrategie vorlegen

06.08.2010 | Berlin
Anlässlich des Tags des deutschen Soja im bayrischen Dasing erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Angesichts von über 6 Millionen Tonnen Soja-Importen, die in Südamerika zur Abholzung der Regenwälder und zur Ausbreitung der Agro-Gentechnik beitragen, ist der Aufbau einer Eigenversorgung mit heimischem Eiweißfutter von zentraler Bedeutung für den Klima- und Umweltschutz und für die Gewährleistung gentechnikfreier Lebensmittel.

Der heimische Leguminosenanbau birgt große Chancen für die Artenvielfalt, die Reduzierung des Stickstoffeinsatzes und den Bodenschutz in der Landwirtschaft, droht jedoch von billigem Importfutter vollständig verdrängt zu werden. Insbesondere die Züchtung von regional angepassten Sorten muss wieder intensiviert werden. Der zunehmende Anbau von gentechnifreiem Soja in Österreich und Süddeutschland zeigt, dass viel mehr möglich ist, als immer wieder behauptet wird. Der Anbau von Soja bietet im Süden große Potenziale, für den Norden müssen andere Kulturen, wie etwa die Ackerbohne, genutzt werden.

Wir fordern Frau Aigner auf, ihre im Wahlkampf angekündigte Eiweißstrategie endlich vorzulegen. Die Bundesregierung muss ihre laxe Haltung beim Umgang mit gentechnisch-veränderten Import-Futtermitteln aufzugeben. Dazu gehören die Honorierung des Leguminosenanbaus über die Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK). Die Unterstützung der Züchtungsforschung, um den jahrelangen Rückstand in der Sortenentwicklung aufzuholen und die Anbau- und Futtereigenschaften zu verbessern. Und der konsequente Schutz des Marktes für gentechnikfreie Futtermittel vor der GVO-Verunreinigung.

Wir fordern Frau Aigner auf, in ihrem Haushalt für 2011 entsprechende Mittel bereitzustellen, insbesondere für die Ressortforschung und das Bundesprogramm Ökologischer Landbau.

Unsere Fraktion wird im Herbst zu einem Expertengespräch nach Berlin einladen, um gemeinsam mit Praktikern Wege zur Verbesserung der heimischen Eiweißfutterversorgung zu beraten.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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