Therapiefreiheit statt Staatsmedizin

11.01.2005 | Berlin
"Die Handlungsfreiheit des Arztes wird zunehmend von staatlicher Seite beschnitten. Längst bestimmen auch nichtärztliche Gremien die Rahmenbedingungen der täglichen medizinischen Arbeit. Diese bedenkliche Entwicklung wird von der Bevölkerung bisher kaum wahrgenommen", warnt Hartmannbund-Vorsitzender Dr. med. Hans-Jürgen Thomas im Rahmen der Neujahrs-Pressekonferenz des Verbandes.

"Wir verzeichnen eine ?schleichende Verstaatlichung? unseres Gesundheitssystems. Mit der erheblichen Erweiterung der Kompetenzen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GeBa), der neuen "professionellen" Struktur der KVen und der Einführung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin hat die Regierung im vergangenen Jahr in Kernbereichen der medizinischen Versorgung starken Einfluss auf die ärztliche Berufausübung und damit auf die in Deutschland möglichen Behandlungswege genommen", so Hans-Jürgen Thomas.

Eine medizinischen Versorgung, die sich an neusten Forschungsergebnissen und den Erkenntnissen der medizinischen Fachgesellschaften orientiert, sieht der Hartmannbund-Vorsitzende durch diese Entwicklung gefährdet. Besonders kritisch sei die sich abzeichnende Rationierung medizinischer Leistung, bei der sich die Politik des Gemeinsamen Bundesausschusses bedient: "Wenn Versicherte erst dann Anspruch auf eine neue Behandlungsmethode haben, nachdem diese vom Bundesausschuss anerkannt worden ist, kann medizinischer Fortschritt in der gesetzlichen Krankenkasse ? wenn überhaupt ? nur mit erheblichem Zeitverlust genutzt werden."

Die Forderung des Hartmannbundes ist deutlich: "Medizinische Fachkenntnis darf nicht durch Staatsdirigismus untergraben werden. Der Hartmannbund wird sich deshalb auch im neuen Jahr verstärkt dafür einsetzen, dass ärztliches Wissen und medizinische Notwendigkeit, nicht aber staatliche Vorgaben und Sparzwänge die bestimmenden Parameter der Patientenbetreuung sind."

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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