Über 90 Prozent der EU-Bürger wollen Gesetz gegen illegale Holzimporte
Europas Bürger wollen eine striktere Kontrolle der Holzimporte und fordern verstärkten Einsatz im Kampf gegen illegalen Holzeinschlag. Das geht aus einer europaweiten, repräsentativen Umfrage der Umweltschutzorganisationen WWF und Friends of the Earth hervor. Für Ende April ist im EU-Parlament eine Abstimmung über eine neue Verordnung angesetzt, die das Problem angehen soll. Bisher wird der Handel mit Holz aus illegaler Waldvernichtung in der EU nicht geahndet.
So gaben 92 Prozent aller Befragten an, sie würden ein EU-weites Gesetz zur Bekämpfung des Handels mit Holz aus illegalen Quellen begrüßen. Außerdem glauben 56 Prozent der Befragten nicht, dass die meisten ihrer erworbenen Holzprodukte - vom Klopapier über den Parkettfussboden bis zum Kleiderschrank - aus legalen Quellen stammt. Mit dieser Einschätzung liegen sie laut WWF-Angaben gar nicht so falsch. Die Umweltstiftung schätzt, dass bis zu 19 Prozent aller EU-Holzimporte aus illegalen unter zumindest verdächtigen Quellen stammt. "Die Holz-Mafia schmuggelt ihre wertvolle Ware weitgehend ungehindert um den halben Globus bis nach Europa", sagt WWF-Referentin Nina Griesshammer. "Ein strenges Gesetz auf EU-Ebene würde nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Wälder weltweit leisten, sondern auch der heimischen Waldwirtschaft zu gute kommen." So müssten etwa verantwortungsvoll arbeitende Unternehmen und nicht mehr mit den geklauter Schmuggelware konkurrieren.
Auch in Deutschland gibt es bisher keine effektive Gesetzgebung gegen die Einfuhr, den Handel oder die Weiterverarbeitung von illegalem Holz. Dabei würde eine klare Mehrheit der Deutschen von 53 Prozent ein solches Gesetz als "sehr bedeutend" einstufen, weitere 36 Prozent schließen sich dieser Forderung mit "ziemlich bedeutend" an. Auch bei der Frage, wie wichtig es den Deutschen ist, dass ihre erworbenen Holzprodukte aus legalen Quellen stammten, zeichnet sich ein klares Bild ab: 61 Prozent der Befragten fände diesen Umstand "sehr wichtig", noch einmal 30 Prozent "ziemlich wichtig". Nach Einschätzung des WWF zeigen die Umfrageergebnisse, dass die Mehrheit der Bürger längst viel weiter ist als die Politik. "Von der EU-Kommission bis hin zum deutschen Landwirtschaftsministerium hat die Politik beim Kampf gegen den illegalen Holzhandel bisher verzögert und versagt", sagt Nina Griesshammer. Der WWF fordert von der EU und Landwirtschaftsministerin Aigner sich nicht länger einer starken und umfassenden EU-Gesetzgebung zu versperren.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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