Unternehmen bauen in der Krise Forschungspersonal aus

18.12.2009 | Berlin
Schavan: "Innovation ist der wichtigste Treiber für den Aufschwung" / Stifterverbands-Zahlen belegen gestiegene Investitionen der Wirtschaft

Die Unternehmen in Deutschland konnten im Jahr 2008 trotz Wirtschaftskrise ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) um 7,2 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro steigern. Die FuE-Ausgaben stiegen somit deutlich stärker als das Bruttoinlandsprodukt, das von 2007 bis 2008 um 2,8 Prozent zunahm. Auch die Zahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung wuchs um 3,4 Prozent oder 11 000 Personen. Diese neuen Ergebnisse zu den FuE-Aktivitäten der deutschen Wirtschaft stellte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am Freitag in Berlin vor.

Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) stieg im vergangenen Jahr der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland auf rund 2,64 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Quote ist der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. "Die Unternehmen haben verstanden: Forschung und Innovation sind die wichtigsten Treiber für den Aufschwung", kommentierte Bundesforschungsministerin Annette Schavan die aktuellen Zahlen. "Nur durch steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung kann die starke Wettbewerbsposition der deutschen Wirtschaft auf den weltweiten Technologiemärkten gesichert und künftiges Wachstum erzeugt werden. Trotz Unsicherheit durch die Finanzmarktkrise konnten die deutschen Unternehmen ihre FuE-Aufwendungen noch einmal deutlich steigern. Dies ist ein starkes und ermutigendes Signal, dass die gemeinsamen Anstrengungen von Staat und Wirtschaft dazu führen, gestärkt aus der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise hervorzugehen."

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) konnten ihr hohes Ausgabenniveau ebenfalls weiter erhöhen. Nachdem die KMU von 2006 bis 2007 ihre FuE-Aufwendungen um 12 Prozent steigern konnten, investierten sie 2008 noch einmal rund 5 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung. Sowohl die Steigerungen bei großen Unternehmen als auch das weiterhin hohe Niveau der Forschungsaktivitäten der KMUs belegen das gute Forschungsklima in Deutschland. Mit der im Koalitionsvertrag beschlossenen Weiterentwicklung der Hightech-Strategie setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung auch künftig neue Impulse zur Mobilisierung der Kräfte in Wissenschaft und Wirtschaft. "Mit gezielten Anreizen werden Wissenschaft und Wirtschaft besser miteinander verzahnt und private Forschungsaktivitäten in unserem Land gestärkt", sagte Ministerin Schavan. "Auch die geplanten zusätzlichen Investitionen der Bundesregierung werden die Innovationskräfte in Deutschland weiter voranbringen." So ist im Koalitionsvertrag auch festgelegt, dass die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode insgesamt 12 Milliarden Euro mehr für Bildung und Forschung zur Verfügung stellen wird. Da für die Jahre 2009 und 2010 aufgrund der Wirtschaftskrise keine weiteren Steigerungen der FuE-Ausgaben der Wirtschaft zu erwarten sind, ist diese Prioritätensetzung bei den Ausgaben des Bundes nach den Worten der Ministerin notwendig und sinnvoll.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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