Von mutigen Menschen, die der DDR den Rücken kehrten

20.08.2009 | Mainz
Dies ist die Geschichte mutiger Menschen und einer mörderischen Grenze. Sie sollte so undurchlässig sein, dass niemand sie über-winden konnte. Doch der Mut der Verzweiflung war stärker. Seit der Osten in der Nacht zum 13. August 1961 in Berlin die Sektorengrenzen zum Westen schloss, versuchten Tausende die Grenzanlagen zu überwinden und in den Westen zu fliehen - mit allen Mitteln.

Sie sprangen über Stacheldraht, fälschten Pässe, riskierten ihr Leben im Todesstreifen, gruben Tunnel, schwammen durch Flüsse, bauten spektakuläre Fluchtmittel, kaperten U-Bahnen und einer stahl sogar einen Schützenpanzerwagen, um die Grenze zu überwinden. Schon drei Wochen nach dem Mauerbau hatte die DDR-Regierung den Befehl erlassen, auf Flüchtlinge an der Grenze zu schießen. "Auf Deserteure ist das Feuer sofort zu eröffnen, d.h. ohne Anruf und Warnschuss", heißt es wörtlich in dem Befehl. Damit wurde jeder Versuch, die Grenze zum Westen zu überwinden zu einem lebensgefährlichen Risiko. Dennoch gab es jenseits von Wachposten und Todesstreifen Menschen, die bereit waren, für die Freiheit ihr Leben aufs Spiel zu setzen. "Ich wollte weg. Da hat die Angst keinen Platz", sagt Anita Moeller aus Berlin, die mit ihrem Kind durch einen Tunnel in den Westen entkam. Sie hatte Glück. Andere Flüchtlinge gerieten in mörderische Fallen der DDR-Staatssicherheit, wie der Berliner Dieter Hötger, den sieben Kugeln trafen, als er aus seinem Fluchttunnel stieg. Was brachte Menschen dazu, alles aufs Spiel zu setzen, ihre Freunde und Heimat über Nacht zu verlassen? Wie planten und verwirklichten sie ihre Fluchten? Wie schafften sie es, die Grenze zu überwinden? Was wusste die Staatssicherheit? Wer hatte Glück, wer bezahlte mit dem Leben? Die zweiteilige Dokumentation "Flucht in die Freiheit" erzählt die Geschichte von mutigen Menschen, die ihr Schicksal in die Hand nahmen - und der DDR den Rücken kehrten.

Prof. Dr. Guido Knopp Leiter des ZDF-Programmbereichs Zeitgeschichte und Zeitgeschehen

Quelle: Pressemeldung ZDF-Pressestelle

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