Vor dem Klimagipfel in Cancún

26.11.2010 | Hamburg
Vor Beginn des Weltklimagipfels in Cancún am kommenden Montag warnt die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD vor der Strategie, den drohenden Klimawandel mit ökologisch zweifelhaften CDM-Projekten (Clean Development Mechanism) in den Ländern des globalen Südens zu bekämpfen.

Anstatt auf einen Ablasshandel mit Klimazertifikaten zu setzen, sollten die Teilnehmerstaaten den grundlegenden Wandel der Energieversorgung vorantreiben und einen Fahrplan für den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger vereinbaren.

Was beim Handel mit der heißen Luft alles schief laufen kann, zeigt das Beispiel der brasilianischen Eisenhütte Plantar. Für die Eisenproduktion setzt Plantar Holzkohle anstatt fossiler Steinkohle ein. Diese Holzkohle gewinnt Plantar aus seinen riesigen Eukalyptus-Monokulturen, die der Atmosphäre beim Wachsen das Klimagas Kohlendioxid entziehen. Für diese CO2-Bindung sind die Eukalyptusplantagen seit Juli 2010 als Klimaschutzprojekt gemäß dem Kyoto-Protokoll anerkannt.

Tatsächlich aber verursachen die Plantagen erhebliche ökologische und soziale Probleme. Dort wo artenreiche tropische Wälder und kleinbäuerliche Nutzung die Lebensgrundlage für viele Familien sein könnte, herrscht dann artenarme Einöde. UmweltschützerInnen in Südamerika kritisieren Eukalyptus-Monokulturen daher als "grüne Wüste". "Plantars Plantagen verschmutzen die Flüsse und senken das Grundwasser", berichtet etwa Ricardo Carrere vom World Rainforest Movement in Uruguay. "Wälder werden zerstört. GemeindevertreterInnen und Widerstandsbewegungen werden unterdrückt und kriminalisiert."

Die Player beim Klima-Monopoly sind die ausführende Firma und ihre Projektpartner. Dazu zählen in diesem Fall etwa die Deutsche Bank und der Ölmulti BP, die CO2-Reduktions-Zertifikate von Plantar kaufen sowie die Weltbank, die den Kohlenstoffhandel mitorganisiert und der TÜV SÜD, der Plantar als Auditor kontrolliert.

"Das Geschäft mit dem Klimawandel ist durch die Zertifikate zu einem riesigen, aber für den Klimaschutz nutzlosen Markt geworden. Das Auslagern der CO2-Reduktionen in den globalen Süden erhöht dort den Druck auf verbliebene Naturflächen und kleinbäuerliche Kulturlandschaften", kritisiert Peter Gerhardt von ROBIN WOOD. "ROBIN WOOD fordert, das Übel an der Wurzel zu packen und schnellstens das Zeitalter der fossilen Brennstoffe hinter uns zu lassen."

Gemeinsam mit Hunderten anderen Nichtregierungsorganisationen hat ROBIN WOOD einen Aufruf des World Rainforest Movement (WRM) unterzeichnet und fordert ein für alle Staaten verbindliches Ausstiegszenario für fossile Energieträger. Die Staatschefs müssen in Cancún dafür sorgen, dass Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl in der Erde bleiben.

Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.

Dieser Beitrag wurde bisher 142 mal gelesen.
(Rang 83 auf landtagswahlen24.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

13.03.2012 | In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum Alltag. Zu verschiedenen Anlässen, wie etwa an...

weiter in Geschäftsgeschenke - eine gute ...

Das Internet als Demokratie-Verstärker

07.11.2011 | Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie" Fast jeder Zweite sieht im Web Chancen zur...

weiter in Das Internet als ...

Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld

28.10.2011 | Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für den Achten Familienbericht an...

weiter in Gutachten zum Achten ...

Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen

27.10.2011 | Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)...

weiter in Ohoven: Die Wette läuft, die ...



Aktuelles

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Weitere Themen

Pixelpark sagt Nihao zum Kölner Chinajahr

www.chinajahr-koeln.de im Responsive Design

weiter ...

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Archiv

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...

weiter ...