Weiterer Geologe zweifelt an Eignung Gorlebens

25.11.2010 | Berlin
Zur Vernehmung des Zeugen Detlef Appel im Untersuchungsausschuss Gorleben erklärt Dorothea Steiner, Mitglied im Untersuchungsausschuss:

Der Geologe Detlef Appel hat in der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses Gorleben die erheblichen Zweifel an der Eignung des Salzstockes Gorleben bekräftigt. Nach seiner Auffassung hätte bereits 1983 auf die untertägige Erkundung in Gorleben verzichtet werden müssen. Bereits nach den damals vorliegenden Ergebnissen hatte sich das Deckgebirge als durchlässig und damit ungeeignet erwiesen. Bei einem geordneten Prozess hätten schon damals die Ergebnisse ausgereicht, vom Standort Gorleben Abstand zu nehmen. Wenn überhaupt, wäre Gorleben bei einer Auswahl höchstens als Reserveoption "im Pool" geblieben.

Obwohl Appel und vier weitere unabhängige Geologen in einer Anhörung des Bundestagsinnenschusses 1984 diese kritische Haltung einnahmen, hielt die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Kohl dennoch an der untertägigen Erkundung fest. Dabei habe es weder ein Konzept für die Erkundung mit definierten Zielen gegeben noch klare Kriterien, bei welchen Mängeln die Gorleben-Erkundung beendet werden muss.

Appel sieht auch heute viele offene Fragen zum Salzstock Gorleben. Diese müssten vor weiteren Arbeiten im Salzstock beantwortet werden. Sollte eine Verbindung zwischen dem Gasvorkommen unter dem Salzstock, das 1983 bereits bekannt war, und den Kondensat im Salzstock existieren, bedeutet dies glasklar, dass der Standort nicht geeignet ist.

An den Aussagen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu der sogenannten Subrosionsrate - gemeint ist die Geschwindigkeit der Ablaugung des Salzstockes- , hat Appel erhebliche Zweifel. Mit dem Vorgehen der BGR würden Extremwerte geglättet und gerade damit die Langzeitsicherheitsanalysen geschönt. Tiefgreifende Beeinträchtigungen des Salzstockes seien zu erwarten. Das alles könnte die Sicherheit eines potenziellen Endlagers auch in größeren Tiefen beeinträchtigen.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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