Wettlauf gegen Klimawandel: Deutschland büßt Spitzenposition ein
Der Bericht G8 Climate Scorecards 2008 wurde von Ecofys, einer unabhängigen Beratungsgesellschaft, erarbeitet und wird heute in Berlin vorgestellt. Der Report enthält eine Rangfolge der G8-Staaten, die die klimapolitischen Leistungen der einzelnen Länder nach neun Kriterien bewertet. Berücksichtigt werden u.a. die Emissionstrends der einzelnen Länder seit 1990. Ferner gibt es eine Aufstellung für die Anstrengungen der Länder in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und CO2-Emissionshandel.
Laut den G8 Climate Scorecards 2008 liegt Großbritannien an der Spitze im Wettlauf gegen den Klimawandel und damit knapp vor Frankreich und Deutschland. Trotzdem reichen auch in diesen Ländern die erzielten Treibhausgasminderungen und die langfristig angelegten klimapolitischen Anstrengungen noch nicht aus, um das Ansteigen der globalen Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad Celsius zu beschränken.
"Keine der acht führenden Industrienationen hat ausreichende Maßnahmen ergriffen, um die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius Temperaturerhöhung zu begrenzen", kommentierte Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF in Deutschland. "Uns bleiben nur noch zehn bis fünfzehn Jahre, in denen die weltweiten Emissionen ihren Höhepunkt erreicht haben und danach drastisch sinken müssen. Die Zeit läuft uns davon."
Joachim Faber, Vorstandsmitglied der Allianz SE, sagte: "Die G8-Staaten haben eine wichtige Vorreiterrolle in den weltweiten Anstrengungen gegen den Klimawandel. Sie müssen den Weg in eine emissionsarme Wirtschaft bereiten, die auf CO2-arme Technologien und saubere Energie setzt."
Die Allianz als internationaler Finanzdienstleister unterstützt die Studie, um die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen. Das gilt insbesondere für ein sich wandelndes Anlage- und Regulierungsumfeld sowie die Möglichkeiten neuer Produktentwicklungen in den Märkten.
"Der Klimaschutz bietet große Chancen im Bereich der "sauberen Technologien". Die Allianz sieht hier ein erhebliches Potenzial für neue Kapitalanlagen, Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze. Um das Potenzial auch wirklich auszuschöpfen, ist ein globaler Markt für Emissionsrechte besonders wichtig", so Faber.
Der Bericht analysiert nicht nur den Status quo, sondern zeigt auch auf, wie das Engagement der G8-Staaten für den Klimaschutz verstärkt werden muss. So sollten sich etwa die Staatschefs auf dem kommenden G8-Gipfel in Japan auf bindende, langfristige Ziele zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen einigen. Nötig wären für die Industriestaaten bis zum Jahre 2050 Einsparungen von mindestens 80 Prozent, und davon möglichst bereits 40 Prozent bis zum Jahre 2020.
"Wir erhoffen uns vom Gipfel in Hokkaido eine Einigung auf weit reichende Emissions-minderungen in den G8-Staaten als Signal für die große UN Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen. Darüber hinaus sollten die G8-Staaten den Entwicklungsländern messbare finanzielle und technische Unterstützung zusagen, so dass diese sich auf den nicht mehr zu vermeidenden Klimawandel vorbereiten und CO2-arme Technologien einsetzen können", so Regine Günther.
Quelle: Pressemeldung Allianz SE
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