Winn: Ärzte und Patienten werden noch stärker Opfer schleichender Rationierung

03.07.2006 | Berlin
Als bodenlose Enttäuschung hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, die Verhandlungsergebnisse der Großen Koalition zur Gesundheitsreform bezeichnet. "Dafür kann sich niemand feiern lassen", sagte Winn. Ganz im Gegenteil: Die Koalition sei angetreten, um in der Gesundheitspolitik neue Wege zu gehen und neue Strukturen zu schaffen.

Herausgekommen sei dabei allerdings lediglich eine Pirouette auf der Stelle. Den dringend erforderlichen Schritt nach vorne habe es nicht gegeben.

Winn: "Wer wie Herr Beck stolz verkündet, dass es keine Leistungskürzungen geben wird, ohne gleichzeitig die Frage zu beantworten, wie die steigenden Kosten auch nur annähernd kompensiert werden sollen, der kann auch klipp und klar sagen: Ärzte und Patienten werden noch stärker als zuvor Opfer schleichender Rationierung sein!" Die Unfähigkeit der Koalition, wirklich grundlegende Strukturen zu beschließen, werde den Druck auf Ärzte und ihre Patienten in unzumutbarem Maße erhöhen.

Vor dem Hintergrund dieser Enttäuschungen sei auch die Zufriedenheit über den Erhalt der Privaten Krankenversicherung (PKV) verhalten. Winn: "Angesichts der sehr vagen Äußerungen über die künftigen Belastungen der PKV ist höchste Wachsamkeit geboten".

Winn kündigte weitere entschiedene Protest- und Demonstrationsaktionen der Ärzteschaft an. So würden bereits vor der für den 22. September 2006 geplanten Großdemonstration klare Zeichen gesetzt werden!

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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