Winn: Die Lust am Streben nach Trennung ist am Ende die Lust am eigenen Untergang

21.11.2007 | Berlin
Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, hat die deutsche Ärzteschaft eindringlich davor gewarnt, die durch die Bundesregierung praktizierte Politik des Teilens und Herrschens mittels eigener Separatismus-Bestrebungen zu unterstützen und damit am Ende zum Erfolg zu führen.

"Die Lust am Streben nach Trennung, die Lust an der Konzentration auf Einzelinteressen - so verlockend dies Manchem auch erscheinen mag - ist am Ende die Lust am eigenen Untergang", sagte Winn. Mit zunehmender Sorge betrachte er deshalb, dass sich unter einem zunehmend brüchiger werdenden Dach der deutschen Ärzteschaft immer mehr Kraftzentren gegeneinander aufbauten, statt vorhandene Kräfte zu bündeln. "Hausarztverband gegen Facharztverband, ambulante gegen stationäre Fachärzte, Niedergelassene gegen Angestellte - am besten alle mit einem eigenen Verband. Von dieser Zersplitterung, davon, dass wir uns auf diese Art und Weise aufreiben, davon träumen die Schmidts und Lauterbachs dieser Republik. Das ist das endgültige Aus für den Machtfaktor Ärzteschaft", sagte Winn. Wer auf Verteilungskämpfe setze, statt über Einzelinteressen hinweg für ein besseres Auskommen zu kämpfen, werde am Ende zu den Verlierern gehören. Dies gelte umso mehr, als durch die neuen Versorgungsformen alte Grenzen zwischen ambulanter und stationärer, zwischen haus- und fachärztlicher Versorgung immer mehr verwischten. Winn betonte, der Hartmannbund, der fachübergreifend niedergelassene, angestellte, Haus- und Fachärzte nebeneinander vertrete, werde auch angesichts eines unterfinanzierten Gesundheitssystems nicht dem Versuch erliegen, eine Gruppe gegen die andere auszuspielen. "Mag sein, dass zu dieser Haltung heutzutage mehr Mut gehört als zum Nahkampf um Einzelinteressen. Aber es ist der richtige Weg."

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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