Winn: Im Augenblick keine Basis für konstruktiven Dialog

05.12.2006 | Berlin
Der Hartmannbund hat seine Teilnahme an der Sitzung der Arbeitsgruppe "Bürokratieabbau" im Bundesgesundheitsministerium heute kurzfristig abgesagt. "Wir lassen uns nicht an einem Tag als Geiselnehmer und geldgierige Lobbyisten beschimpfen, um uns am nächsten Tag in einer Arbeitsgruppe vorführen zu lassen, in der unsere größten Probleme ebenfalls lediglich abgebügelt werden", sagte der Vorsitzende des Hartmannbundes Dr. Kuno Winn.

Um in solchen Arbeitsgruppen einen konstruktiven Dialog führen zu können, bedürfe es wenigstens einer halbwegs soliden Gesprächsebene. "Die sehe ich nach den gestrigen Äußerungen der Gesundheitsministerin nicht mehr als gegeben", sagte Winn.

Der Vertreter des Hartmannbundes in der Arbeitsgruppe "Bürokratieabbau", der Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen Oliver Amling, wies darauf hin, dass in Fragen eines wirklichen Bürokratieabbaues in der Arztpraxis bisher "Null-Komma-Null Änderungen" zu vermelden seien. Im übrigen, so Amling, sei er kein Lobbyist, sondern habe zum Zeitpunkt des geplanten Beginns der Arbeitsgruppensitzung am Dienstag Nachmittag bereits sechs Stunden Sprechstunde mit 36 Patienten und 70 Patientenproblemen hinter sowie weitere fünf Stunden Sprechstunde mit weiteren 30 Patienten vor sich. "Noch gibt es Ärzte, die bis zu 12 Stunden täglich Patienten versorgen und sich bemühen, deren medizinischen und sozialen Probleme adäquat zu lösen", sagte Amling.

Der Hartmannbundvorsitzende Winn forderte die politisch Verantwortlichen auf, endlich wieder ein deutliches Zeichen echter Dialogbereitschaft zu geben. Dazu sei weder die pauschale Verunglimpfung der deutschen Ärzteschaft noch die Drohung geeignet, in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einen Staatskommissar zur Durchsetzung einer patienten- und ärztefeindlichen Politik einzusetzen.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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