Winn und Candidus einig: Politik-Propaganda ersetzt keinen Arzt
"Die von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung vorgelegten Zahlen sind die konkreten Vorboten von Warteschlangenmedizin, Versorgungsnotstand in den Krankenhäusern und dem Ende der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung", waren sich der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, und der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten, Wolfram-Arnim Candidus, heute in Berlin einig. Nun zeige sich, dass man falsche Gesundheitspolitik zwar mit Mehrheit durchdrücken könne, damit aber eben nicht die Probleme der medizinischen Versorgung der Bevölkerung löst. Candidus warnte die Bundesgesundheitsministerin und die gesetzlichen Krankenversicherungen zugleich eindringlich vor weiteren Versuchen, einen Keil zwischen Ärzteschaft und Patienten zu treiben. Dies werde schon deshalb misslingen, weil sowohl in der ambulanten wie auch in der stationären Versorgung die Patienten ausreichend Einblick in die Arbeitssituation der Ärzte und anderer Berufsgruppen gewinnen könnten. "Von Bonus-Regelungen über Rabattverträge bis hin zu unterbesetzten Stationen im Krankenhaus - wir wissen sehr genau, dass die Ärzteschaft hier durch die Politik in enorme Konflikte getrieben wird. Wir respektieren deshalb umso mehr, wenn Ärzte alles tun, um nicht die ihnen anvertrauten Patienten zu Leidtragenden dieser Entwicklung zu machen", sagte der Präsident des Patientenverbandes. Eindringlich warnte der Hartmannbund-Vorsitzende die Politik vor einer fortgesetzten Schuldzuweisung an die ärztliche Selbstverwaltung oder gegenüber anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen. "Diese Legendenbildung bringt niemanden wirklich weiter, weil sie an der Wirklichkeit vorbeigeht", sagte Winn. Propaganda werde am Ende den jungen Allgemeinarzt in Brandenburg oder anderen Teilen der Republik nicht ersetzen können. Deshalb setze er darauf, dass am Ende der Patient den politisch Verantwortlichen die Quittung für eine verfehlte Gesundheitspoli-tik geben werde. "Was wir brauchen, sind vernünftige Rahmenbedingungen für ärztliche Tätigkeit und nicht das Schlechtreden der Berufsstände", betonten Candidus und Winn abschließend.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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