Zugang zu Medikamenten in den "südlichen Ländern"

15.05.2005 | Frankfurt
Sanofi-aventis bekräftigt seine Verpflichtung zur Sicherstellung des Zugangs zu Medikamenten in den "südlichen Ländern" mit einer Politik der gestaffelten Arzneimittelpreise je nach Bevölkerungseinkommen In seiner Ansprache auf der abschließenden Plenarsitzung der BioVision - dem World Life Sciences Forum - legte Jean-François Dehecq, Chairman und CEO von sanofi-aventis, die Leitlinien der Strategie seines Konzerns im Rahmen seiner Politik des Zugangs zu Medikamenten in den "südlichen Ländern" dar.

In Anbetracht der Tatsache, dass 80% der Weltbevölkerung wenig oder keinen Zugang zu den wichtigsten Basisarzneimitteln haben, vor allem in den südlichen Ländern, in denen es kein funktionierendes öffentliches Gesundheitswesen gibt, hat sanofi-aventis konkrete Maßnahmen versprochen, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu einem Schlüsselelement seiner Strategie zu machen.

Um sich dieser großen Herausforderung auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu stellen, verpflichtet sich sanofi-aventis, den Bevölkerungen der südlichen Länder Präparate zu gestaffelten Preisen zur Verfügung zu stellen, die sich an den Einkommen der jeweiligen Bevölkerungen orientieren.

"Mit innovativen, Gewinn bringenden Produkten und großen industriellen Produktionskapazitäten kann der Konzern durch die Bereitstellung konkreter Lösungen für die südlichen Länder seinen Teil zu dieser Gesundheitsinitiative beitragen", sagte Jean-François Dehecq.

Der Konzern hat 6 Therapiegebiete identifiziert, für die konkrete Lösungen denkbar sind: fünf kurative Therapien - Malaria, Leishmaniose, Schlafkrankheit, Tuberkulose und Epilepsie - sowie die Prävention durch Impfstoffe.

In Zusammenarbeit mit UNICEF, GAVI (Global Alliance for Vaccine and Immunization) und dem Vaccine Fund praktiziert Sanofi Pasteur, das Impfstoffgeschäft von sanofi-aventis, eine gestaffelte Preispolitik für eine Vielzahl von Impfstoffen: oraler Polio-Impfstoff, Masern, Diphtherie-Tetanus-Polio, Meningokokken-Impfstoff, Masern-Mumps-Röteln, Gelbfieber und Diphtherie-Tetanus-Polio-Hämophilus influenzae B.

"Diese Initiativen sind Teil einer proaktiven Strategie, deren Wurzeln weit in das Erbe der heutigen sanofi-aventis Gruppe zurückreichen: Sanofi-Synthelabo, Rhône-Poulenc, Roussel, Mérieux, Lepetit, Pasteur, Hoechst...", ergänzte Mr. Dehecq. "Vor allem aber ist dies unsere Pflicht als drittgrößter Pharmakonzern der Welt, mit unserer Innovationskraft, unserer Entschlossenheit zu einer wettbewerbsfähigen industriellen Produktion und einer nachhaltigen Entwicklung reifer Produkte unseren Beitrag zu leisten", schloss er.

Malaria

Ein spezielles Programm (Impact Malaria), das sich auf vier Hauptziele konzentriert, wurde bereits in die Wege geleitet:

* Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoff-Familien

* Entwicklung neuer Therapiestrategien auf Basis vorhandener Präparate

* Bereitstellung geeigneter Produkte zu gestaffelten Preisen

* Durchführung von Programmen zur Schulung, Aufklärung und Information über die Krankheit.

F&E

In den Forschungsabteilungen der Gruppe werden derzeit in Zusammenarbeit mit Universitäten und den Inserm-Instituten in Lille, Montpellier und Toulouse drei neue Projekte geprüft.

Neue Therapiestrategien

Die WHO empfiehlt die Anwendung eines Artemisinin-Derivats in Kombination mit einem Standard-Malariamittel zur Behandlung von Malaria-Anfällen. Der Konzern wählte eine Co-Formulierung aus Artemisinin Amodiaquin, die unter dem Markennamen Arsucam" inzwischen bereits in mehr als 15 afrikanischen Ländern zugelassen ist. Auch wenn das Präparat in der Form eines Kombinationsblisters vorliegt, erfüllt es die Anforderungen der Ärzte mit geeigneten Darreichungsformen für Erwachsene, Kinder und Säuglinge.

Um die Anwendung dieser Behandlung und die Patienten-Compliance weiter zu verbessern, unterzeichnete sanofi-aventis kürzlich eine Vereinbarung mit der DND i (Drugs for Neglected Disease Initiative) zur gemeinsamen Entwicklung einer Fixkombination der beiden Wirkstoffe in einer Tablette, sodass sich die Behandlung von acht Tabletten täglich auf nur noch drei Tabletten täglich für drei Tage vereinfacht.

Bereitstellung geeigneter Produkte zu gestaffelten Preisen

Alle diese Medikamente werden der öffentlichen Hand, internationalen Organisationen zur Bekämpfung der Malaria, Nichtregierungs- und kirchlichen Organisationen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt.

In Afrika gibt es auch einen privaten Markt über Apotheken, die stets sowohl Präparate zum Standardpreis als auch solche zum Selbstkostenpreis, die im Rahmen des Programms "access-card to antimalarials (CAP)" abgegeben werden, führen. Durch Senkung der Gewinnspannen von Apothekern und Großhändlern lässt sich der Preis von Malariamitteln um mehr als 70% senken. Familien mit begrenzten finanziellen Mitteln erhalten von Apothekern Karten, mit denen sie diese Präparate zu niedrigsten Preisen einkaufen können. Das Programm läuft gegenwärtig in Kamerun, Gabun und Madagaskar und soll auf die Regionen südlich der Sahara ausgeweitet werden.

Informations-, Aufklärungs- und Kommunikationsprogramme

Malariamedikamente sind nur ein Teil des Kampfes gegen die Krankheit. Aufklärung und allgemeine Informationen über die Krankheit, wie sie übertragen wird und was gegen die Ausbreitung der Vektoren getan werden kann, zählen ebenfalls zum Mehrwert, den die Gruppe dem "letzten Glied in der Kette", d.h. den Patienten, zur Verfügung stellen kann.

Leishmaniose

Diese ansteckende Parasitenerkrankung, die durch eine kleine Mücke namens Phlebotomus-Sandmücke übertragen wird, kommt in drei Formen vor: die kutane Leishmaniose, die vorwiegend im Nahen Osten und im Mittelmeerraum auftritt, die mukokutane Leishmaniose, die in ganz Lateinamerika verbreitet ist, sowie die viszerale Leishmaniose oder Kala Azar auf dem indischen Subkontinent, in Brasilien, Äthiopien, Eritrea und im Sudan.

Es steht keine prophylaktische Therapie zur Verfügung. Sanofi-aventis stellt zwei kurative Medikamente her: Pentamidine" (Pentamidinmesylat) und Glucantime" (Megluminantimoniat). Sanofi-aventis produziert 5 Millionen Ampullen Glucantime" pro Jahr. Das Unternehmen verfolgt eine volumenorientierte Politik und zentralisiert seine Produktion, um die Kosten des Arzneimittels für bestimmte Länder zu senken, damit mehr Patienten behandelt werden können.

Schlafkrankheit

Im Jahr 2001 unterzeichnete die Gruppe eine fünfjährige Partnerschaftsvereinbarung in Höhe von $25 Millionen mit der WHO.

Das Programm umfasst drei Schwerpunkte:

Bereitstellung von Arzneimitteln: Die drei wirksamen Medikamente, die gegenwärtig zur Bekämpfung der Krankheit zur Verfügung stehen, werden von sanofi-aventis hergestellt:

* Pentamidin" (Pentamidinmesylat)

* Arsobal" (Melarsoprol)

* Eflornithin" (Difluormethylornithin)

Überwachung und Kontrolle der Krankheit: Es müssen systematische Reihenuntersuchungen durchgeführt werden, wofür mobile Teams zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen fahren. Hierfür werden jedes Jahr mehr als 1,5 Millionen Dollar bereitgestellt. Die Ziele sind:

Eine Aufstockung der Zahl der mobilen Teams, die Dörfer in abgelegenen Regionen besuchen, in denen die Krankheit endemisch ist. Die Kartierung der Regionen mit einer hohen Zahl von Fällen und die Überwachung der geografischen Ausbreitung der Krankheit. Die regionale und grenzüberschreitende Kooperation zwischen verschiedenen nationalen Programmen: 19 Länder haben bereits von diesen Maßnahmen profitiert.

Forschung und Entwicklung: Es besteht ein dringender Bedarf an neuen Medikamenten und vor allem an Behandlungen, die einfacher zu verabreichen sind. Diese F&E-Anstrengungen werden in Zusammenarbeit mit dem Special Program for Research & Training in Tropical Diseases (TDR) und der WHO durchgeführt.

Sanofi-aventis ist der einzige Partner aus der Industrie, der sich am Kampf gegen diese Krankheit beteiligt.

Tuberkulose

Sanofi-aventis ist einer der Hauptlieferanten von Rifampicin (einem der Basismedikamente gegen die Tuberkulose). Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Umstrukturierung und Straffung ihrer Industriepolitik dafür zu sorgen, dass Rifampicin auf den Einzelhandelsmärkten in den südlichen Ländern erschwinglich wird.

Insbesondere in Südafrika vertreibt sanofi-aventis eine Kombination von vier Tuberkulosewirkstoffen in einer Tablette: Rifafour (Rifampicin Isoniazid Ethambutol Pyrimethamin). Diese Kombination sorgt für eine bessere Einhaltung der Behandlung durch die Patienten. Nach Zulassung durch die WHO könnte dieses Präparat auch in anderen Ländern vertrieben werden.

Wie bei der Malaria ist es auch hier von wesentlicher Bedeutung, über die Krankheit aufzuklären und die Risiken bewusst zu machen. In Südafrika hat sanofi-aventis gemeinsam mit der Nelson Mandela Stiftung und lokalen Gesundheitsbehörden ein Programm zur Ausbildung von DOTS-Betreuern (Directly Observed Treatment Short-course) gestartet - denn einer der Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung dieser Krankheit ist die vollständige Einhaltung der Behandlungsvorschriften (die durchschnittlich sechs Monate dauert).

Im Rahmen dieser Partnerschaft sollen in Südafrika neun Schulungszentren errichtet werden (eines in jeder Provinz), von denen vier bereits ihre Arbeit aufgenommen haben. Bei Abschluss des Programms werden 100.000 DOTS-Betreuer ausgebildet sein, die ausreichen, um 1 Million Patienten zu betreuen. Dieses Programm, für das sanofi-aventis 15 Millionen Dollar bereitgestellt hat, wird im Jahr 2008 abgeschlossen sein und soll als Modell für andere Länder dienen, in denen die Krankheit endemisch ist.

Impfstoffe

Sanofi-aventis ist mit seinem Unternehmen Sanofi Pasteur der weltweit führende Hersteller von Impfstoffen.

Durch Impfungen konnten die Pocken ausgerottet werden, eine Geißel der Menschheit, die in der Vergangenheit sehr viele Menschenleben gefordert hat. Die Poliomyelitis sollte die zweite Krankheit sein, die in naher Zukunft ausgerottet wird.

Sanofi Pasteur ist der weltweit führende Hersteller von oralem Poliomyelitis-Impfstoff und unterstützt dieses Vorhaben durch eine Spende von 120 Millionen Impfdosen für das Eradikationsprogramm (WHO-Unicef-Rotary).

Ein monovalenter oraler Impfstoff gegen Typ-1-Polio - die monovalente orale Polio-Vakzine oder mOPV 1 - erhielt vor kurzem in Frankreich die Zulassung. Sobald der Impfstoff von der staatlichen Arzneimittelbehörde Ägyptens zugelassen ist, soll in Ägypten, wo nur noch das Typ-1-Virus vorkommt, eine Massenimpfungskampagne durchgeführt werden. Da die Poliovirustypen 2 und 3 in Ägypten bereits ausgerottet sind, hofft die WHO, der Übertragung von Polio dort bis Ende dieses Jahres ein Ende zu setzen.

Derzeit wird ein Impfstoff gegen das Dengue-Fieber entwickelt, mit dem Ziel, diese in Asien, Lateinamerika, in der Karibik und in Polynesien endemische Krankheit auszurotten.

2006 wird den Gesundheitsbehörden ein Meningokokken-Impfstoff gegen den Stamm W-135 (der im südlichen Afrika und auf der arabischen Halbinsel verbreitet ist) zu einem Preis von 1 Dollar pro Impfdosis zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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